
»Die Frage ‚Was ist Kunst?‘ ist eine zutiefst philosophische. Sie fragt nach der Essenz, dem Wesenskern der Dinge, die wir als schön erachten oder zumindest als interessant genug, um sie in ein Museum zu stellen. Es ist eine Frage, die so alt ist wie die abendländische Philosophie selbst. Sie zieht sich durch alle philosophiegeschichtlichen Epochen und philosophischen Schulen. Sei es die ambivalente Rolle des Künstlers innerhalb Platons Ideenlehre, die zentrale Bedeutung des Ästhetischen in Immanuel Kants erkenntnistheoretischem System oder die beinahe überlebensnotwendige Kraft, die Theodor W. Adorno der Kunst zuschreibt – all diese Theorien und Konzepte machen etwas mit Kunst. Sie formen unsere Vorstellungen dessen, was Kunst ist und was sie sein könnte, wo sie anfängt und wo sie womöglich aufhört. Von den jungpaläolithischen Höhlenmalereien in Lascaux bis hin zu den mit künstlerischen neuronalen Netzwerken erstellen fotorealistischen Bildern des KI-Kunstprogramms „DALL-E“ ist es ein weiter, abenteuerlicher Weg. Der Vortrag möchte das Wagnis eingehen, ihn zu beschreiten und lädt seine Hörerinnen und Hörer zu einer philosophisch-kulturhistorischen Spurenlese ein.«
»Was ist Kunst? Eine philosophisch-kulturhistorische Spurenlese von Lascaux bis Silicon Valley«, Vortrag am IZKK und Fraunhofer ISC in Verbindung mit dem Historischen Verein Wertheim, Bronnbach, Oktober 2024. Veranstaltungslink: https://www.kloster-bronnbach.de/Veranstaltungen/Veranstaltungskalender.html?edet=2152